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Interpellation Sicherer Schulweg in Riehen

 

Muss zuerst ein Unfall geschehen, bevor der Gemeinderat für einen sicheren Schulweg sorgt?

Achtung Schulanfang! So und ähnlich heisst es jeweils im August, wenn tausende Kinder – vielleicht zum ersten Mal – den Schulweg unter die Füsse nehmen. Gerade dieser Weg verlangt von ihnen und den anderen Verkehrsteilnehmern grosse Aufmerksamkeit. Die bfu (Beratungsstelle für Unfallverhütung) weist gemeinsam mit Behörden und Polizei mit Plakaten auf die Schulanfänger hin.

Bald werden überall in Riehen wie auch in anderen Ortschaften diese Tafeln, Radiospots und Fernsehspots auf die Kinder aufmerksam machen, welche NEU eingeschult werden. Und was trägt die Gemeinde Riehen zur Sicherheit unserer Kinder bei?

In Riehen wird ab August 2013 das Schulhaus Burgstrasse neu als Primarschulhaus genutzt. Dies bedeutet, dass schon 6-jährige Kinder den Weg zum Schulhaus Burgstrasse selbständig bewältigen müssen. Wir wissen, dass kleine Kinder grossen Gefahren im Strassenverkehr ausgesetzt sind: Zum Einen sind sie nicht so konzentriert und lassen sich leicht ablenken, zum Anderen können sie Gefahren noch nicht einschätzen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Kinder von ihrer Körpergrösse her zu klein sind, um die Übersicht im Verkehr zu haben (Sehen und gesehen werden).

Anscheinend ist nicht allen bewusst, dass auf dem Weg zum Schulhaus Burgstrasse viele Gefahren für die Kinder lauern, wie zum Beispiel:

-          Die Kinder müssen die Strassen zu Zeiten mit hohem Verkehrsaufkommen überqueren.

-          Bahnschranke – Kreuzung Bettingerstrasse.

-          7 Strasseneinfahrten  bei  der Bahnschranke/Kreuzung Bettingerstrasse.

-          Zebrastreifen ungünstig platziert, z. B. im Grenzacherweg und im Eisenbahnweg (Kinder müssen zwischen den wartenden Autos hindurchgehen).

-          Vorhandene Fussgängerstreifen sind ungenügend beleuchtet.

-          In der Bahnhofstrasse und in der Burgstrasse hat es keine Fussgängerstreifen, obwohl das Gesetz diese auch in Tempo-30 Zonen zulässt.

-          Rebenstrasse, kein Trottoir.

-          Im Eisenbahnweg gibt es in der Hecke und im Zaun, welche die Schienen vom Trottoir abtrennen, mehrere Schäden und grosse Löcher, durch die ein Kind schlüpfen kann.

-          Keine Hinweisschilder «Achtung Fussgänger» oder «Achtung Kinder», welche die Autofahrer auf Schülerinnen und Schüler aufmerksam machen.

Das Schulhaus Burgstrasse als neues Primarschulhaus ist sicher wichtig, aber der Weg zum Schulhaus muss pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres für Schulanfänger sicher gestaltet werden.

 

Verantwortung für den Schulweg

Der Schulweg liegt in der Verantwortung der Eltern. Sie entscheiden, wie ihr Kind in die Schule geht: zu Fuss, mit dem Velo oder mit dem Bus. Grundsätzlich ist es Aufgabe der Behörden (Gemeinde, Polizei, Schule), für möglichst sichere Schulwege zu sorgen. Zurzeit ist der Schulweg im Einzugsgebiet Burgstrasse für viele Erstklässler nicht zumutbar, da er viele gefährliche Wegpassagen aufweist (wie oben aufgeführt). Aus meiner Sicht unterschätzt der Gemeinderat die Gefährlichkeit dieses Schulweges und gefährdet somit die Sicherheit unserer Kinder.

Ich ersuche den Gemeinderat, folgende Fragen zu beantworten:

1. Da die Sicherheitsvorkehrungen an den genannten Punkten nicht ausgeführt wurden, möchte ich wissen, warum die beiden ersten Klassen der Burgstrasse nicht in das Schulhaus Erlensträsschen eingeteilt wurden, wo bereits ein sicherer Strassenübergang mit Ampelanlage besteht?

2. Warum hat der Gemeinderat die Schulwege nicht vor der Einteilung der Kinder auf die Schulhäuser so sicher gemacht, dass diese auch von den Erst- und Zweitklässlern sicher benutzt werden können?

3. Was unternimmt der Gemeinderat bis zum Schulanfang, um diese Gefahrenbereiche zu entschärfen, damit die Kinder einen sicheren Schulweg haben?

4. Der Gemeinderat weiss, dass nach der Eröffnung der Zollfreistrasse im Herbst 2013 die Äussere Baselstrasse und Baselstrasse bis zur Lörracherstrasse etappenweise saniert werden. Es ist dem Gemeinderat auch bewusst, dass es Ausweichverkehr geben wird, welcher das Gebiet rund ums Schulhaus Burgstrasse zusätzlich stark belasten und somit das Gefahrenpotential für die Kinder massiv erhöhen wird. Welche Massnahmen zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder sind geplant?

 

Eduard Rutschmann

Interpellation / 14.05.2013