Leserbriefe

Leserbrief RiehenerZeitung: Einspruch - "Das meint die Hündin"

Seltsame Politik des Riehener Gemeinderats: Temporeduktion am Kohlistieg von 50 auf 40 Stundenkilometer. Wissen die Damen und Herren nicht, dass mit kleinerem Gang mehr Lärm erzeugt wird? Und nun sind die Hunde an der Reihe (Leinenpflicht, BaZ 20. 6. 13). Die Argumente sind fadenscheinig. Ich bin an der Wiese aufgewachsen, weiss, wovon ich rede. Direkt am Fluss und auf den Fusswegen oben am Bord gibt es gar keine Probleme, wenn alle etwas Rücksicht nehmen. Zu 95 Prozent ist das der Fall. Leider gibt es immer solche, die das nicht können oder wollen.
 
Hunde können sich selbst nicht wehren gegen solche geplanten Gesetze. Könnten Hunde reden, würden sie fragen: «Warum fahren Velofahrer so schnell an uns vorbei, dass wir erschrecken? Auch wo es verboten ist? Ihr lieben Jogger, auch ich renne gerne im Freien, aber ohne laute Musik im Ohr. Dass ich höre, wenn mein Besitzer mich ruft. Ihr könnt mit mir reden: mit einem energischen ‹Pfui!›. Dann weiss ich: Ich darf nicht mit euch spielen oder mitrennen. Oder meine Besitzerin, mein Besitzer, könnte sagen: ‹Achtung, hier läuft ein Hund.› Aber ihr hört ja nichts ausser Musik im Ohr. Ja, ihr Fussgänger – es ist schön, an der Wiese zu spazieren, zu grillen. Ich bitte, mich zu entschuldigen, wenn ich euch durch feine Gerüche zu nahe komme. Aber dank meiner feinen Nase und meinem Magen kann ich schwer widerstehen. Denn ab und zu erhalte ich etwas, ohne dass ich es wollte. So weiss ich nicht, ob ich darf oder nicht. Auch hier hilft ein energisches ‹Pfui!›.
 
Liebe Menschen: Ihr schimpft über unsere Ausscheidungen. Die meisten Hundehalter nehmen sie zu 95 Prozent auf und entsorgen sie fachmännisch. Leider gibt es einige, die das nicht tun. Selbst bei Leinenzwang würden diese Besitzer die Häufchen liegen lassen. Umgekehrt ist das anders. Grillgut und Abfall wird zu hohem Prozentsatz liegen gelassen: PET, Alu-Dosen, Plastik, zerschlagene Bierflaschen. Oft habe ich Schnittwunden an den Pfoten. Aber ich bin ja nur ein Hund! Stinkende Hinterlassenschaften lasst ihr in der Schutzzone S1 mit Feucht- und Papiertüchern liegen. Das wird nicht aufgenommen. Auch sind wir keine Nesträuber. Da gibt es andere: diverse Vögel, Füchse und sogar Eichhörnchen. Verluste gibt es auch durch die Landwirtschaft, zum Beispiel beim Grasschneiden.»
 
«Die lieben IWB und das AUE sollen sich selber an der Nase nehmen. Wochenlang stehen sie im S1-Schutzgebiet (höchstes Schutz­gebiet) mit bis zu sechs Autos. Laut Bundesgesetz dürfen hier keine motorisierten Fahrzeuge stehen. Es ist gewiss schöner, zur Weil­strasse durch die Langen Erlen zu fahren als auf der Hauptstrasse. Man hat sogar die Wege verlegt, weil Fussgänger und Hunde scheinbar eine Gefahr für das Wasser darstellen. Aber die Autos von IWB und AUE (eigentliche Gefahrenquelle) dürfen dort immer noch hineinfahren. Wie ist es mit der Nutzung durch Landwirtschaft (mit Dünger und Gülle)? Es gäbe noch vieles zu sagen.»
 
«Lasst uns Hunde die Freiheit, legt jene an Ketten, die alte Leute verprügeln, einbrechen, mit Drogen dealen und so fort. Denn interessanterweise laufen diese Individuen nach ein paar Stunden jeweils wieder frei herum.
Und noch eins: Geht ruhig mit Freude an der Wiese spazieren und geniesst den Erlensteg (bezahlt von einem Hundebesitzer). Ihr lieben Hunde­besitzer denkt daran, im Februar stehen die Wahlen 2014 in Riehen an.»
 
 
Peter Mark, Riehen, ist Einwohnerrat, SVP; Yara ist seine Hündin.
Leserbrief Riehener Zeitung, 05.07.2013