Leserbriefe

Leserbrief BaZ: Einspruch: Unehrliche Visionen für die Energie

Woher kommt der Strom? Selbstverständlich aus der Steckdose!
 
Diese politisch auf widersprüchliche Weise geführte Energiediskussion über pro und contra Abschaltung der Atomkraftwerke in der Schweiz zeigt deutlich, wie der SP-Vertreter in ideologischen Sphären argumentiert («Woher kommt der Strom der Zukunft?» Gespräch mit Beat Jans, Basler SP-Nationalrat, und Christian Wasserfallen, FDP-Nationalrat, Bern; BaZ 1. 7. 13). Als Linksalternativer ist es doch lässig und chic, die Windkraftwerke, die Windparks und die Fotovoltaik-Kraftwerke toll zu finden und dabei auch noch die bis anhin sichere und zuverlässige Stromerzeugung (Kernkraft- und Wasserkraftwerke) zu verunglimpfen.
Schon die Antwort auf die erste BaZ-Frage zu dieser ernsthaften Thematik wurde vom SP-Vertreter lachend beantwortet! Dies zeigt deutlich, wie die Linksalternativen zu diesem schwerwiegenden, der Versorgungs­sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit abträglichen Entscheid stehen. Man hat den Eindruck, das schaffen sie «mit links»! Zahlen soll dann allerdings die Rechte. Sprüche wie «Wir fördern erneuerbare Energien, die ungefährlich für Mensch und Umwelt sind, damit die Visionen von heute nicht die Altlasten von morgen werden», kennt man zur Genüge. Wo bleiben jedoch die Zahlen und die realistischen Alternativen, um die fehlende Stromkapazität anzubieten? Bis jetzt nirgends.Die von den Befürwortern genannten Kosten der Energiewende sind völlig illusorisch. Diese basieren auf groben Schätzungen der sogenannten Potenziale der einzelnen Massnahmen, freilich ohne dass zugleich berücksichtigt wird, wie diese realisiert würden.
 
Die Kosten werden nicht verursachergerecht verteilt, da die hauptsächlichen Kostenverursacher – die Produzenten von Wind- und Solarstrom – dank der KEV-Subvention (Kosten­deckende Einspeisevergütung) eine überdurchschnittliche hohe und langjährig gesicherte Rendite erhalten. Diese solaren Subventionsmillionen werden hauptsächlich durch die Privathaushalte und teilweise auch durch die Wirtschaft berappt. Den hohen Preis für den verfehlt geplanten Ausstieg aus der Kernenergie, der zudem nicht über eine Legitimierung durch die Stimmberechtigten verfügt – zahlen die Steuerzahler und Konsumenten, da diese keine eigene Lobby besitzen.Der vorgeschlagene Ausstieg aus der Kernenergie ist technologisch, ökonomisch und politisch hoch riskant. Es ist unehrlich und verantwortungslos, die mit der Umsetzung verbundenen Gefahren für Wohlstand, Wachstum, Beschäftigung sowie die Freiheit mit Wunschdenken, Illusionen oder gar Unwahrheiten zu überdecken.
Deshalb ist es eine gegebene Tatsache und eine unverzichtbare Strategie, dass wir den nun schon seit Jahrzehnten bewährten Weg des bereits erwähnten Strommixes (KKW plus erneuerbare Stromerzeugung) weitergehen, ihm den Vorrang geben. Wobei zugleich auch die Erforschung von neuen Nukleartechniken voranzutreiben ein Gebot der Stunde ist.
 
Egidio Cattola, Riehen, pensionierter eidgenössisch anerkannter Elektrokontrolleur, früher spezialisiert auf Chemieanlagen. Vorstandsmitglied der SVP Riehen.
Der vorgeschlagene Ausstieg aus der Kernkraft ist politisch, technologisch und ökonomisch riskant.
BaZ, 17.07.2013