Leserbriefe

Einspruch: 24-Stunden-Betrieb muss bleiben

Einspruch: 24-Stunden-Betrieb muss bleiben; BaZ 20. 05.2015

Wo Regierungsrat Baschi Dürr recht haben mag, ist einzig der Titel des Berichtes. Was jedoch völlig ignoriert wird – sollte es bei dieser Nacht­schliessung der Polizeiwache in Riehen ­bleiben –, sind die Ängste und Befürchtungen einer ungenügenden Sicherheit für die Bewohner und Bewohnerinnen von Riehen.

Umfragen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis ergaben, dass absolut kein Verständnis für diesen Beschluss vorhanden ist. Viele ­Bewohner befürchten sogar, dass diese Massnahme der erste Schritt ist, um die Polizeiwache Riehen in Zukunft ­vollständig zu schliessen.

Es ist Tatsache, dass die Gemeindegrenzen (nationale grüne Landesgrenzen) von Riehen und Bettingen zu Deutschland ⅔ betragen.

Eine kürzlich veröffentlichte ­Statistik aus Baden-Württemberg zeigt eine eklatante Zunahme um fast 20 Prozent auf 13 500 Wohnungs­einbrüche in diesem Bundesland. Da ist es für die Kriminaltouristen ennet der Landesgrenze ein leichtes Unterfangen, kurz mal einen Einbruchstrip über die grüne Grenze nach Riehen zu ­unternehmen. Die Wahrscheinlichkeit, hier in Riehen gefasst zu werden, ­verringert sich eklatant mit der ­Teilschliessung der Polizeiwache.

Böse Zungen meinten zu diesem Thema, dass es vielleicht ratsamer wäre, bei einem Einbruch gleich die Polizei in Lörrach zu alarmieren, denn diese sind ja örtlich näher bei Riehen als der Claraposten!

Durch diese Reorganisation sind zwangsläufig auch Personalrochaden unvermeidlich. Wie soll denn ein ­ortsunkundiger Polizeibeamter zum Beispiel in Riehen das Rumpelgässchen finden. Diese Wahrnehmungen der Bevölkerung sind doch massgebend, denn wer in einem Ort lebt, will sich hier sicher fühlen. Das Sicherheits­empfinden der Bewohner und ­Bewohnerinnen ist ­entscheidend und nicht die nackten Zahlen einer ­städtischen Sparstatistik oder die beschwichtigenden Aussagen von ­hiesigen Politikern.

Mit der erklärten Teilschliessung, vorerst nur nachtsüber, wird die ­Bevölkerungssicherheit massiv ­unterhöhlt, was einem unverantwort­lichen Vorgehen gegenüber der ­Bevölkerung entspricht.

Die Gemeindebehörde ist nun gefordert, diesen städtischen ­Sparmassnahmen energisch ­entgegenzutreten, um den jetzigen Zustand (24-Stunden-Betrieb) der ­Polizeiwache Riehen für die Zukunft zwingend aufrechtzuerhalten. Darum mein Appell an die verantwortlichen Behörden: Mit der Sicherheit der ­Bevölkerung spielt man nicht.

 

Egidio Cattola
Sekretär der SVP Sektion Riehen
 
Leserbrief BaZ; 20.05.2015