Leserbriefe

Wer hat Angst vor dem bösen AKWolf?

20 000 Tote wegen Tsunami zu beklagen

Wer hat Angst vor dem bösen AKWolf?; BaZ 17. 3. 16

Mit dieser Berichterstattung insinuiert der Autor, wie die allermeisten Journalisten, dass in Fukushima die zu beklagenden Toten durch einen KKW-«Störfall» verursacht wurden. Er liegt falsch. Die über 20 000 toten Menschen wurden durch die enorme Tsunamiflutwelle verursacht. Über diese Tausenden tragischen Todesfälle wird von den Journalisten selten bis gar nie berichtet, und das ist das Tragische an den Berichterstattungen über Fukushima. Da wird über griechische Fabeln gequasselt, um die realen Fakten zu übertünchen. Meines Wissens nach ist mittlerweile bei einem Mitarbeiter Leukämie bekannt geworden und das ist ebenso tragisch. Nach der Terminologie der IAEA war Fukushima ein Unfall und nicht ein Störfall. Der Störfall 2014 im KKW Fessenheim wurde durch die­selbe Organisation der Stufe 1 der siebenstufigen Störfallskala zugeordnet.

Interessant ist noch zu wissen, dass laut Handelszeitung Europas Energieversorger massiv in die Erneuerung der Atomenergie investieren. Dafür seien Investitionen in Höhe von 450 bis 500 Milliarden Euro bis zum Jahr 2050 notwendig. Das prognostiziert die EU-Kommission in ihrem Bericht zum Zustand der Nuklearwirtschaft in Europa, den die Behörde in den nächsten Wochen vor­legen will. Es ist die erste umfassende europäische Bestandsaufnahme nach der tsunamibedingten Reaktorkatastrophe im März 2011 in Fukushima.

Egidio Cattola, Riehen