Leserbriefe

Leserbrief BaZ: Kopfloser Ausstieg, Kollektivneurose / Ausstieg schafft Alternativen

Wurde doch das Wort «Alternativlos» als Unwort von 2010 gekürt – und so kommt mir beim Titel «Ausstieg schafft Alternativen» unweigerlich der Titel
«Sofortiger Ausstieg schafft Alternativlosigkeit » in den Sinn. Massgebend für den bundesrätlichen Vorentscheid für einen Atomausstieg waren Meinungsströmungen der Medien. Dieser meiner Ansicht nach kopflose Entscheid darf nicht verbindlich umgesetzt werden.
 
Ein kurzfristig, unplanmässig durchgeführter KKW-Energieausstieg bedeutet für die Schweizer Wirtschaft und Industrie unweigerlich den Todesstoss.
Das heute vorhandene Energiepotenzial sogenannter Alternativquellen reicht nie und nimmer aus, um die entstehenden Energielücken nur ansatzweise zu
schliessen. Um die Energiezukunft der schweizerischen Industrie- und Gewerbewirtschaft sowie der Privathaushalte auf Zigjahrzehnte hinaus zu sichern, gilt nur ein Credo, und das ist die Weiterführung bestehender AKW. Als begleitende Variante ist die Weiterführung der Wasser-, Wind- und Solarenergien in bestehende Energieerzeugung einzubinden beziehungsweise auszubauen. Die im deutschsprachigen Europa antinukleare Kollektivneurose ist global betrachtet eine lokal begrenzte Erscheinung, und wenn die Lichter in Deutschland und der Schweiz mal zeitlich begrenzt ausgehen sollten, geht auch diesen Neurotikern vielleicht ein Licht auf. Bis dann wird der Atomstrom als graue Energie, in solarer und äolischer Hardware verpackt, aus China importiert und dieselben Alternativneurotiker rufen:
 
«Heureka, sind wir aber grün!»
 
Egidio Cattola, Riehen
Leserbrief BaZ 16.09. 11